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Wie IP mein Leben verändert hat

von Martina Strauss

Durch die Ermunterung einer guten Freundin kam ich im Jahr 2001 zu meiner ersten IP Beratung. Damals war ich ziemlich unsicher und deswegen rechthaberisch und "lehrerhaft", wie manche meiner Freundinnen immer wieder betonten. Die Familie war nicht unbedingt Mittelpunkt meines Lebens, mein Sohn war da 6 Jahre alt und hätte wesentlich mehr Zuwendung gebraucht, das Verhältnis zu meinem Mann war mehr "wir wohnen in einer gut funktionierenden WG", und meine Arbeit bedeutete mir alles.... Alles in allem eine unbefriedigende und Kräfte zehrende Situation für mich und mein Umfeld.

Nach und nach bekam ich Zugang zu mir. Ich wurde mit der Tatsache konfrontiert, dass nur ich alleine mich ändern kann, wo es doch soviel einfacher war, mit dem Finger auf "die Anderen" zu zeigen und zu sagen :"Die sollen sich ändern, ich mache doch alles richtig". Diese Erkenntnis war für mich die schwerste überhaupt. Viele Probleme, nicht nur innerhalb der Familie sondern auch im Freundeskreis, entstanden aus meiner Motivation heraus, es "allen Recht machen zu wollen", wie ich heute weiß, ein Ding der Unmöglichkeit. Viel Energie, die ich hätte anders nutzen können, wurde von mir verwendet, diesen Spagat zu leben.

In kleinen manchmal durch ein Seminar ermöglichten auch großen Schritten gelang es mir, mich selbst so zu akzeptieren wie ich war. Diese Akzeptanz war die Grundlage dafür, Veränderungen bei mir zuzulassen und den damit verbundenen Ängsten nicht zuviel Raum zu geben. Je nach Anlass war das leicht oder auch wahnsinnig schwer. Mit jeder zugelassenen Veränderung und damit verbunden auch einer Angstüberwindung wurde es aber einfacher. Nachdem ich erst einmal verstanden hatte, dass Veränderung nicht bedrohlich ist, sondern im Gegenteil viel Spannendes, Neues entsteht, machte es richtig Spass, durch neue Erkenntnisse meines Verhaltens Veränderungen zu ermöglichen.

Es dauerte einige Zeit, bis mir wirklich klar war, dass ich nicht das Opfer meiner Umwelt, Eltern, Verwandten und Freunde war, sondern dass die Schlüsse, die ich aus bestimmten Situationen gezogen habe, mein Leben bestimmen. Die Auseinandersetzung mit meiner Ursprungsfamilie wurde durch das Erkennen meines eigenen, selbst bestimmten Handelns überhaupt erst möglich. Durch meine Selbstauseinandersetzung erfolgte die Aussöhnung mit allen Menschen, die in meiner Kindheit wichtig für mich waren. Das war für mich der Anfang des endgültig Erwachsenseins.

Dank der Individualpsychologie, der Beratung von Petra Schneider und meines eigenen Mutes zur Veränderung lebe ich heute ein Leben der gegenseitigen Toleranz und Anerkennung, in der Familie und im Freundeskreis. Mit Dankbarkeit schaue ich zurück auf meine Ursprungsfamilie, die mir ein gutes Fundament gegeben hat. Ich hatte das große Glück, dass mein Weg der Veränderung von meinem Umfeld mitgetragen wurde, vor allem meine Familie hat mich immer unterstützt. Meine Arbeit ist immer noch wichtig, doch habe ich mich inzwischen als IP-Beraterin selbstständig gemacht und bin nicht mehr von der Anerkennung eines Chefs abhängig.

IP hat mein Leben verändert - es ist jetzt erst richtig lebenswert.

www.ip-strauss.de