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3 wichtige Erkenntnisse

von Bettina Wagner

Drei wichtige Erkenntnisse, die ich durch die Individualpsychologie gewonnen habe, und wie sie mein Leben veränderten:

1.) Ich lernte, meinen eigenen Entscheidungen Vertrauen zu schenken.
Wer kennt das nicht den Zustand innerer Anspannung und Zerrissenheit, den ewigen Streit zwischen "Kopf und Bauch", den Versuch, unangenehme Entscheidungen vor sich her zu schieben?

Die Individualpsychologie lehrt uns die Unteilbarkeit des Individuums. Kopf und Bauch sind nicht getrennt, sie sind eine Einheit. Meist habe ich im Grunde innerlich längst meine Entscheidung getroffen, während ich nach außen noch herumargumentiere.

Mit Hilfe der IP habe ich gelernt, meine eigenen Entscheidungen zu akzeptieren, ihnen zu vertrauen und das Bestmögliche daraus zu entwickeln.

Denn wer kann besser wissen, was ich will, als ich selbst?!

2.) Meine Stimme zählt.

Als Marktforscherin hätte ich es eigentlich längst wissen sollen: Jede Stimme zählt! Aber damit meine Meinung nach außen wirken kann, muss ich sie auch kommunizieren.

Wie oft saß ich in einem Meeting und dachte: Ist mein Beitrag wichtig? Besser ist, ich halte lieber den Mund. Oder vielleicht: Sage ich meine Meinung, halten mich die anderen vielleicht für naiv, besser, ich schweige zu diesem oder jenem Thema. Oder: Wenn die Meinungsführer eine andere Vorgehensweise anpreisen, hat mein Vorschlag ohnehin keine Chance.

Individualpsychologie macht mich mutiger, in jeder Situation meine Meinung zu sagen. Und ich lernte, dass

- jede individuelle Meinung dazu beiträgt, der Wahrheit näher zu kommen ("Es gibt keine Wahrheit, aber was ihr am nächsten kommt, ist die Gemeinschaft" A. Adler)

- die anderen mich - nicht immer, aber meistens - für gar nicht naiv halten, sondern meine Beiträge schätzen,

- und dass jeder unkonventionelle Beitrag den entscheidenden Schritt zu einer neuen Lösung bedeuten kann. Denn wer auf ausgetretenen Pfaden wandelt, kommt immer am gleichen Ort an.

3.) Jeder Mensch ist anders, und das ist normal.

Vorurteile und Klischees sind häufig ein naheliegendes Mittel, wenn es darum geht, sich die komplexe Lebenswelt einfacher zu machen. Sicherlich ist es auch ein möglicher Zeitvertreib, sich den Partner, die Eltern, die Freunde anders zu wünschen und auf deren Änderung - vergeblich - hinzuarbeiten.

Allein ... es macht nicht glücklich. Seit ich Menschen in ihrer Individualität besser verstehen und damit akzeptieren kann, lebe ich deutlich zufriedener, denn ich verwickele mich weniger in fruchtlose Konflikte.

Und - was vielleicht noch wichtiger ist - meine Mitmenschen begegnen mir nun auch offener und freundlicher, weil sie spüren, dass sie bei mir sein können wie sie sind, und mir die gleiche Freiheit lassen.

Fazit: Ich kann nur Jeder und Jedem empfehlen, sich mit sich selbst und den Grundlagen der Menschenkenntnis auseinander zu setzen, denn es lohnt sich für einen selbst und für alle, die mit einem in Kontakt stehen.